
Was geschah am Ostersonntag tatsächlich? Eines steht fest: Dieses Ereignis entfachte tiefgreifende historische Umwälzungen, die die Welt nachhaltig und für alle Zeiten prägten.
In diesem Artikel möchte ich die Auferstehung eingehend untersuchen. Im Mittelpunkt steht die entscheidende Frage: Ist die Auferstehung tatsächlich geschehen, und wenn ja, warum können wir Christen darauf vertrauen?
Der Tod Christi am Kreuz ist historisch bezeugt
Bevor Jesus auferstehen konnte, musste er zunächst sterben. Ich erwähne diesen Punkt, da er in manchen gnostischen Kreisen und im Islam bestritten wird. Historisch lässt sich diese Leugnung jedoch nicht aufrechterhalten. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung einiger außerbiblischer Quellen, welche die Kreuzigung und den mit ihr verbundenen Tod Christi bestätigen:
Flavius Josephus
Der jüdische Historiker Flavius Josephus (37–100 n. Chr.) verfasste ausführliche Werke zur jüdischen Geschichte des 1. Jahrhunderts. In seinem Werk „Jüdische Altertümer“ finden sich auch Berichte über Jesus. Josephus beschreibt Jesus als einen weisen Mann, der von Pontius Pilatus zum Tod am Kreuz verurteilt wurde. Josephus selbst war kein Christ, sondern Jude, und verfasste seine Werke unter der Förderung der Kaiser Vespasian und Titus.
Cornelius Tacitus
Der Politiker und Historiker Tacitus lebte von ca. 55-120 n. Chr. in seinem Werk Annalen schreibt er folgendes über Jesus:
“… Um also dieses Gerücht niederzuschlagen, schob Nero die Schuld auf andere und belegte mit den ausgesuchtesten Strafen jene Menschen, die das Volk wegen ihrer Schandtaten hasste und Chrestianos nannte. Ihr Namensgeber, Christus, war unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden.” Annalen 15,44
Auch hier wird der Tod Christi durch Pontius Pilatus erwähnt. Wichtig ist dabei zu beachten, dass Tacitus keine wohlwollende Quelle gegenüber den Christen ist. Dies stärkt seine Glaubwürdigkeit, denn ein Feind der Christen würde das christliche Narrativ kaum unterstützen, wenn die Ereignisse nicht tatsächlich so stattgefunden hätten.
Babylonischer Talmud
Der Talmud ist eine umfassende Sammlung jüdischer Schriften, die die mündliche Überlieferung des jüdischen Gesetzes und der religiösen Lehren festhält. Der babylonische Talmud wurde zwischen 300 und 600 n. Chr. abgeschlossen. Auch hierin finden sich Passagen, die sich mit Yeshu, also Jesus, befassen.
“Am Vorabend des Passahfestes hängte man Jeschu. Vierzig Tage vorher hatte der Herold ausgerufen: Er wird zur Steinigung hinausgeführt, weil er Zauberei getrieben und Israel verführt und abtrünnig gemacht hat; wer etwas zu seiner Verteidigung zu sagen hat, der komme und sage es. Da aber nichts zu seiner Verteidigung vorgebracht wurde, so hängte man ihn am Vorabend des Passahfestes.“
Interessant sind hier folgende Aspekte: Jesus wird mit Zauberei in Verbindung gebracht, was indirekt seine Wunder bestätigt. Er wurde „gehängt“, ein Ausdruck, der die Kreuzigung beschreibt. Zudem wird gesagt, dass er Israel verführte, was auf eine beträchtliche Anhängerschaft schließen lässt. Auch hier bestätigen Gegner des christlichen Glaubens das zentrale Ereignis der Kreuzigung Christi.
Lucian von Samosata
Gegen 170 n. Chr. schrieb er das Werk “Über das Ende des Peregrinus”, wo er auch auf die Christen zu sprechen kommt (De morte Peregrini, 11):
“Übrigens verehrten diese Leute den bekannten Magus, der in Palästina deswegen gekreuzigt wurde, weil er diese neuen Mysterien in die Welt eingeführt hatte … Denn diese armen Leute haben sich in den Kopf gesetzt, dass sie mit Leib und Seele unsterblich werden, und in alle Ewigkeit leben würden…”
Auch hier finden wir die Kreuzigung als Todesart von Jesus von Nazareth.
Mara bar Sarapion
Mara bar Sarapion schrieb aus einem römischen Gefängnis einen Brief an seinen Sohn. Dieser Brief ist bis heute erhalten geblieben und enthält auch eine Erwähnung des Todes Jesu.
“…was hatten die Athener für einen Nutzen davon, daß sie Sokrates töteten, was ihnen mit Hungersnot und Pest vergolten wurde? oder die Samier von der Verbrennung des Pythagoras, da ihr ganzes Land in einem Augenblick vom Sand verschüttet wurde? oder die Juden von der Hinrichtung ihres weisen Königs, da ihnen von jener Zeit an das Reich weggenommen war? Denn gerechtermaßen nahm Gott Rache für jene drei Weisen: die Athener starben Hungers; die Samier wurden vom Meere bedeckt, die Juden umgebracht und aus ihrem Reiche vertrieben, leben allenthalben in der Zerstreuung. Sokrates ist nicht tot: wegen Platon, noch Pythagoras: wegen der Herastatue, noch der weise König: wegen der neuen Gesetze, die er gegeben hat.”
Der Brief wird auf die Zeit zwischen 70 und 150 n. Chr. datiert. Die Juden hatten ihren weisen König Jesus hingerichtet, woraufhin sie bestraft wurden: Ihr Reich wurde zerstört, der Jerusalemer Tempel niedergebrannt und die jüdische Bevölkerung zerstreut.
Zwischenfazit
Sowohl Jesus von Nazareth als historische Persönlichkeit als auch sein Tod am Kreuz sind in der Geschichtswissenschaft unbestritten. Ihre Leugnung entbehrt jeglicher Grundlage und zeugt von erheblicher historischer Blindheit und Ignoranz. Dennoch glauben Gnostiker und Muslime entgegen aller historischen Beweise an das Gegenteil. Das durchaus riesige Problem “Jesus im Islam” habe ich ausführlich in diesem Artikel analysiert.
Wir haben bisher noch nicht die Auferstehung als tatsächliches Ereignis behandelt. Zunächst ging es nur darum, festzuhalten, dass die Kreuzigung und der Tod Jesu geschichtlich belegt sind.
Betrachten wir also nun die Wahrscheinlichkeit der Auferstehung selbst.
Minimale Fakten und eine große Auswirkung
Hier möchte ich ausdrücklich die Arbeit der evangelikalen Gelehrten Gary Habermas, William Lane Craig, Nicholas Thomas Wright und Craig Blomberg würdigen. All diese Männer haben die Diskussion um die Auferstehung in die modernen akademischen Fakultäten zurückgebracht. Mit ihrer Arbeit haben sie, zur Schande uns Katholiken, eine wichtige apologetische Arbeit geleistet, die eigentlich auch von uns zu erwarten gewesen wäre.
Besonders Gary Habermas ist bekannt für seinen Minimal Facts–Ansatz. Dabei werden ausschließlich minimale, unbestrittene Fakten herangezogen, die selbst in der atheistisch-kritischen Bibelforschung anerkannt sind.
Ich werde vier der Fakten heranziehen und aufzeigen, dass diese am besten durch eine leibliche Auferstehung Jesu erklärt werden können.
1. Tod durch Kreuzigung
Wie wir oben festgestellt haben ist Jesus durch seine Kreuzigung unter Pontius Pilatus gestorben. So wird es in allen relevanten historischen Quellen bezeugt. In diesem Absatz werde ich auf Alternativerklärungen eingehen, die zwar die Kreuzigung annehmen, aber behaupten, dass Jesus diese doch hätte überleben können.
Wir betrachten hier die Swoon-Theorie, abgeleitet vom Wort „Swoon“ = Ohnmacht. Demnach hing Jesus am Kreuz, starb jedoch nicht wirklich, sondern fiel lediglich in Ohnmacht. Die Römer hielten ihn für tot und er wurde von Kreuz abgenommen. Jesus wurde daraufhin in ein Grab gelegt und erwachte später wieder zu Bewusstsein. Er verließ das Grab, und so entstand das falsche Narrativ der Auferstehung. Befürworter dieser Theorie argumentieren meist wie folgt:
Jesus hing vergleichsweise nur relativ kurz am Kreuz, und es wird vermutet, dass ihm möglicherweise eine Droge verabreicht wurde, als er das ihm gereichte Getränk trank (Mk 15,36). Diese Argumente sind jedoch nicht überzeugend und lassen sich leicht widerlegen. Im Verlauf dieses Artikels werden wir immer wieder darauf zurückkommen.
Könnte Jesus also doch überlebt haben?
Zu der Aussage, dass Jesus nur kurz am Kreuz hing und somit nicht gestorben sein kann, ist folgendes zu sagen. Kritiker betrachten hier nur die Kreuzigung und nicht das, was vorher passierte. Jesus wurde gegeißelt, also ausgepeitscht (Mt 27:26).
Die römische Geißelung wurde mit einem sogenannten Flagrum oder Flagellum durchgeführt, einer kurzen Peitsche, in deren Lederriemen Blei- oder Eisen- und scharfe Knochenstücke eingeflochten waren. Die eingeflochtenen Teile gruben sich tief in den Rücken und rissen Haut-, Muskel- und Fettgewebe heraus. Der Blutverlust war Teils so intensiv, dass die Opfer in einen hämorrhagischen Schock verfallen. Die Haut am Rücken hängt anschließend in Fetzen herab.
Selbst wenn der Vorgang hier beendet worden wäre, wäre der Tod dennoch sehr wahrscheinlich gewesen. Schmutz und verschiedenste Bakterien hätten zu einer Sepsis und weiteren Wundinfektionen geführt. Damals war es zudem kaum möglich, tiefe Wunden zu vernähen oder das darunterliegende Gewebe wiederherzustellen. Der Überlebende wäre sein Leben lang gezeichnet und auf Hilfe angewiesen.
Je nach Schwere der Geißelung war diese in vielen Fällen bereits tödlich. Hier verweise ich gerne auf Dr. C. Truman, der den Kreuzweg und die Kreuzigung selbst in diesem Artikel ausführlich analysiert hat. Dr. Alexander Metherell kommt zu dem gleichen Schluss.1
“Wegen der verheerenden Folgen dieser Geißelung kann überhaupt kein Zweifel daran bestehen, dass sich Jesus schon in einem ernsten, wenn nicht sogar schon kritischen Zustand befand, bevor die Nägel in seine Hände und Füße geschlagen wurden.”
Dr. Alexander Methrell, Arzt und Vorstand des American Board of Radiology.2
Auch Matthäus berichtet das Jesus nach der Geißelung stark geschwächt war. Jesus war so schwach, dass er den Querbalken seines Kreuzes nach kurzer Zeit nicht mehr selber tragen konnte. (Mt 27:32). Simon von Cyrene trug das Kreuz dann den letzten Weg nach Golgatha. Wer so geschwächt an das Kreuz geschlagen wird, der kann die Tortur nicht sehr lange aushalten.
Diese Analyse wird auch von anderen Medizinern geteilt. Eine Kreuzigung führt innerhalb von vier Stunden bis zu vier Tagen zum Tode. Es hängt lediglich vom Gesamtzustand des Verurteilten und der Stärke und Intensität der vorherigen Geißelung ab.3
Josephus berichtet über einen Überlebenden
Es gibt nur einen historischen Bericht, in welchem von einer überlebten Kreuzigung die Rede ist. Flavius Josephus berichtet, dass er drei Männer retten wollte, die gerade gekreuzigt worden waren. Er schaffte es Kaiser Titus zu überzeugen und die Männer vom Kreuz nehmen zu lassen. Zwei von ihnen starben kurz darauf an ihren Verletzungen, doch einer konnte dank unmittelbarer medizinischer Hilfe überleben.4
Die Medizin widerspricht
Hätte also auch Jesus überleben können? Die Antwort muss Nein sein! Wir haben den Bericht eines klaren Todeszeichens in Johannes 19:34. Ein Soldat sollte kontrollieren, ob Jesus Tod ist und dazu stieß er ihm mit einer Lanze in die Seite. Daraufhin traten Wasser und Blut aus. Blut ist zu erwarten, aber was hat es mit dem Wasser auf sich?
Eine Antwort gibt uns die Veröffentlichung aus dem eben schon zitierten Journal of the American Medical Association:
Clearly, the weight of historical and medical evidence indicates that Jesus was dead before the wound to his side was inflicted and supports the traditional view that the spear, thrust between his right ribs, probably perforated not only the right lung but also the pericardium and heart and thereby ensured his death. Accordingly, interpretations based on the assumption that Jesus did not die on the cross appear to be at odds with modern medical knowledge.4
Mir ist kein Arzt bekannt, der das Gegenteil behaupten würde, wenn er von einem solchen Fall hört. Ein Speerstich in Lungen- und Herzbereich ist in der Regel tödlich, und es gibt keinerlei Berichte, die den tödlichen Charakter eines Herzstichs in Frage stellen. Diese Wunde allein wäre damit schon tödlich gewesen.
Wie könnte Jesus das Martyrium überlebt haben, insbesondere im Zusammenhang mit den Stunden am Kreuz und dem Stich in die Seite? Kritiker stehen hier in der Beweispflicht. Es gibt weder belastbare historische Belege noch überzeugende Alternativen zum Kreuzestod.
Es überrascht daher nicht, dass die überwältigende Mehrheit der Bibelgelehrten, darunter auch Skeptiker und Atheisten, den Tod Jesu als historischen Fakt anerkennt. Deshalb gilt der Tod Jesu am Kreuz weithin als gesicherte historische Tatsache.
Man kann es auch anders ausdrücken: Hätte Jesus doch, wie durch ein Wunder überlebt, hätten seine Jünger einen gemarterten und absolut geschwächten Anführer vorgefunden. Dieser wäre niemals als Gott und auferstandener Messias verklärt worden. Viel wahrscheinlicher ist, dass dieser nach dem Horror in der geschichtlichen Versenkung verschwunden wäre und die Jünger jede Art von Verkündigung eingestellt hätten.
2. Jesus wurde nach seinem Tod in ein bekanntes Grab gelegt
Kommen wir nun zum nächsten historischen Fakt. Jesus wurde nach seiner Kreuzigung in ein Grab gelegt, dieses Grab gehörte dem Pharisäer Joseph von Arimathäa.
Dieser war ein Mitglied des Gerichts, welches Jesus verurteilte (Mt 27,57-61; Mk 15,42-47; Jn 19,38-42). Durch diesen Hinweis erfahren wir den genauen Ort der Grablegung Jesu. Bestätigt wird das nicht nur durch die Evangelisten Markus, Matthäus und Johannes, sondern auch durch Paulus im ersten Korintherbrief 15,3-5 und in der Apostelgeschichte. Die Benennung im Korintherbrief ist besonders interessant, da dieser vor den Evangelien geschrieben wurde.
Joseph von Arimathäa kann keine christliche Erfindung sein. Die ersten Christen hätten niemals ein fiktives Ratsmitglied erfunden oder erfinden können. Sowohl die Evangelien, als auch die Briefe des neuen Testaments sind in den Lebzeiten der Apostel verfasst. Es wäre undenkbar von einer fiktiven Person zu berichten, die dann direkt öffentlich widerlegt werden könnte. Sowohl die Juden als auch die Römer würden diesen Bericht öffentlich angreifen und lächerlich machen. Geschichtskritisch ist die Benennung Josephs von Arimathäa sehr unwahrscheinlich, wenn diese nicht wahr gewesen wäre.
Selbst ein extra liberaler Bibelgelehrter wie A.T. Robinson sagt:
“eine der frühsten und bestbestätigten Fakten über Jesus ist seine Grablegung.”5
Der Gelehrte Dominic Crossan bahauptet sogar, dass Jesus in ein unbekanntes Massengrab gelegt wurde und wahrscheinlich von wilden Tieren gefressen wurde. Er belegt seine These lediglich damit, dass es zu der Zeit üblich war gemeine Kriminelle in solchen Massengräbern zu “entsorgen”. Den historischen Befund ignoriert er damit komplett. Ebenso würdigt er nicht, dass Jesus kein gewöhnlicher Krimineller war und auch die Umstände in Jerusalem zu der Zeit einfach anders und komplexer waren. Hätte Crossan recht, dann wären alle Evangelien in ihrem Schluss komplette Fantasie. Da erscheint es merkwürdig, dass die Feinde der frühen Christen nie diese Erklärung anbrachten um die Auferstehung anzugreifen. Niemand argumentierte für ein namenloses Massengrab.
Ebenso widerlegt die Historizität der Grabeskirche jede Form einer alternativen Beisetzung Christi. Neuere Untersuchungen der Grabeskirche bestätigen insbesondere das Johannes-Evangelium. Es wurden Pflanzenreste welche 2000 Jahre alt sind gefunden, ebenso befand sich ein Garten (Weinstöcke/ Überreste von Olivenbäumen) unter der Grabeskirche, genauso wie Johannes es beschrieben hat. Bestätigt wurden auch aus dem Stein geschnittene/geschlagene Gräber. Es handelt sich hier um Gräber für die reichsten Bürger Jesusalems, ein Mitglied des Sanhedrin würde zweifelsohne unter diese fallen. Die neuen Erkenntnisse zur Grabeskirche stelle ich in diesem Artikel vor.
3. Am Sonntag wurde das Grab leer aufgefunden
Ein ebenfalls akzeptierter Fakt ist, dass das Grab am Sonntag leer vorgefunden wurde. Kritiker lassen hier zwar keine übernatürliche Erklärung gelten, aber sie stimmen zu, dass das Grab tatsächlich leer war.
Vorgefunden wurde die Situation von mehreren weiblichen Nachfolgern Christi und später von Petrus und wahrscheinlich Johannes. Auch hier ist erstaunlich, dass Frauen als erste Zeuginnen genannt werden. Frauen im jüdischen Kontext des 1. Jahrhunderts waren als Zeugen nicht akzeptiert. Wären die Evangelien lediglich spätere Erfindungen, dann hätte man nicht Frauen als die ersten Zeugen der Auferstehung in Szene gesetzt. Es ist somit wahrscheinlicher, dass die Evangelien hier wahrheitsgemäß berichten und wir keine Abänderung der Geschichte annehmen müssen.
Auch die Juden bestätigen, dass das Grab leer war. Wäre es nicht leer gewesen, wäre ihr Vorwurf, die Jünger hätten den Leichnam Jesu gestohlen, völlig bedeutungslos (Mt 28,11-15). Außerdem hätten sowohl die römischen Behörden als auch die jüdische Führung den Körper Jesu jederzeit öffentlich zeigen können, wenn er noch vorhanden gewesen wäre. Selbst bei fortgeschrittener Verwesung hätte man anhand der erkennbaren Verletzungen und der Todesart eindeutig auf Jesus von Nazareth schließen können. Lukas berichtet in seinem Evangelium, dass die Jünger knapp sieben Wochen nach der Hinrichtung Jesu mit ihrer Predigt begannen – und zwar direkt in Jerusalem selbst! In dieser Zeit wäre es für die Behörden ein Leichtes gewesen, den Körper vorzulegen und so dem Christentum öffentlich den Boden zu entziehen. Historisch gibt es dafür keinerlei Belege und auch die schnelle Ausbreitung des Christentums spricht stark gegen einen solchen Sachverhalt.
4. Jesus erschien nach seinem Tod den verschiedensten Menschen
Jesus erschien verschiedenen Menschen nach seiner Grablegung. Auch dies ist nicht umstritten, lediglich die Natur der Erscheinungen wird in Frage gestellt. Kritiker erklären diesen Fakt gerne mit Halluzinationen und Wunschdenken.
In den Evangelien finden wir 12 Begebenheiten in denen Jesus erschienen ist:
Maria Magdalena, Maria und anderen Frauen, Petrus, zwei seiner Schüler auf ihrem Weg nach Emmaus, zehn seiner Apostel, elf seiner Apostel, allen Aposteln, 500 weiteren Nachfolgern, dem Apostel Jakobus, wieder allen Aposteln zusammen und dem Apostel Paulus (Zu dem Zeitpunkt wurde dieser noch Paulus von Tarsus genannt und er war ein ausgesprochener Feind der Christen).
Wichtig ist hervorzuheben, dass diese Erscheinungen rein körperlicher Natur waren. Der Apostel Thomas legte sogar seine Finger in die noch sichtbaren Wundmale an Jesu Körper (Joh 20;27,28). Es handelt sich hier also nicht um geistliche Erscheinungen, sondern um einen Körper, der tatsächlich berührt werden konnte.
Die Juden im ersten Jahrhundert glaubten an eine körperliche Auferstehung am Ende der Zeiten. Dabei würden alle Menschen mit ihrem damaligen Leib verbunden und leiblich wieder zum Leben erweckt. Die Vorstellung einer Auferstehung eines einzelnen Menschen war zu jener Zeit neu. Diese neue Theologie lässt sich nur schwer erklären, wenn es keine tatsächliche Grundlage dafür gab. Dass Fischer und Zöllner sich solche tiefgreifenden Änderungen der religiösen Vorstellungen ausdachten, erscheint äußerst unwahrscheinlich. Für sie hätte eine geistliche Vision völlig ausgereicht, um ihre Ziele zu erreichen. Noch schwieriger ist, dass sie damit ein großes Risiko eingingen. Wäre das Wunder nicht geschehen, hätten sie sich durch ihre Behauptungen lächerlich gemacht oder eine förmliche Untersuchung provoziert. Die jüdische Gemeinschaft hätte derartige außergewöhnliche Behauptungen nicht einfach akzeptiert; sie hätte mit aller Macht den Körper gesucht oder, wenn ein belegtes Grab vorhanden war, den Leichnam ausgestellt. Die Jünger gingen somit ein hohes Risiko mit der Behauptung einer körperlichen Auferstehung ein – ein Risiko, bei dem sie im Falle einer Lüge nur verlieren konnten.
Geistige Visionen waren im Judentum verbreitet, einmal im alten Testament als auch in der gängigen Folklore. Eine leibliche Auferstehung vor dem letzen Tag absolut nicht.
Auch müssen wir auf die Benennung von Frauen als die ersten Zeugen zurückkommen. Das diese benannt werden ist außergewöhnlich. Frauen waren als Zeugen kaum akzeptiert. Sollte hier eine Lüge oder Manipulation vorliegen, dann hat der Fälscher einen unfassbar großen Fehler begangen. Er hat Zeugen erfunden, die keinerlei Glaubwürdigkeit haben. Warum sollte er das tun? An einer anderen Stelle sehen wir, dass der Apostel Paulus die Frauen als erste Zeugen absichtlich nicht benennt (1. Kor 15;5). Der Hintergrund ist einfach erklärt: Er benannte Petrus als ersten Zeugen der Auferstehung Christi. Hier lässt sich die kulturelle Prägung von Paulus gut erkennen. Er als ehemaliger Pharisäer hatte Vorbehalte die Frauen als erste zu nennen und das obwohl er es besser wusste. Hätte die Kirche die Auferstehungsgeschichte frei erfunden, dann wären die Frauen nicht als erste Zeugen benannt worden.
Der Apostel Paulus ist ebenfalls ein wichtiger Zeuge für die Auferstehung Christi. Aber warum grade er? Wir wissen, dass Paulus ein Pharisäer und Gelehrter war. Er war römischer Staatsbürger und beteiligte sich an der Christenverfolgung. Er war also ein Feind der Christen, der direkt für die Inhaftierung und folgende Hinrichtung von Christen beteiligt war. Auf dem Weg nach Damaskus erschien ihm ein helles Licht und Jesus sprach direkt zu ihm. Diese Vision wurde zwar von seinen Begleitern nicht gesehen, aber sehrwohl gehört, es handelte sich somit nicht um ein rein subjektives Phänomen. Paulus erblindete für drei Tage und wurde in Damaskus von dem Jünger Hananias geheilt. Saulus wurde zu Paulus und bekehrte sich zum Christentum, der Religion die er voller Hass verfolgte und ausrotten wollte. Es ist Ironie, dass Paulus als Apostel für die Heiden bekannt werden sollte.
Welchen Grund könnte Paulus gehabt haben um die Lüge der Christen anzunehmen und selber aktiv zu verbreiten? Er hatte alles, was man sich zu diesen Zeiten hätte wünschen können. Er war römischer Staatsbürger, was ihm eine vorteilhafte rechtliche Stellung gab. Er war Gelehrter und bestens in Jerusalem vernetzt. Er war wohlhabend und stammte aus einem guten Elternhaus. Als er Christ wurde gab er all das auf. Er wusste, dass er jetzt ebenfalls verfolgt werden würde und dass er alle seine weltlichen Vorteile für immer verlieren wird. Für eine Lüge hätte er das niemals getan. Seine Vision muss authentisch gewesen sein, da diese sein Leben dauerhaft veränderte und ihm so wichtig war, dass er dafür in den Tod gehen würde.
Die verschiedenen Erscheinungen Jesu werden universell von allen Gelehrten akzeptiert. Ohne diese Erscheinungen wäre das Christentum nicht entstanden.
Weitere Fakten
Die oben genannten vier Fakten reichen völlig aus für die Auferstehung zu argumentieren. Es gibt noch weitere Fakten, die nur schwer ohne eine Auferstehung zu erklären sind. Sie sind hier als kleines Extra genannt und verstärken das Argument für die Auferstehung.
Die Transformation der Jünger
Die Jünger Christi sind alle direkt nach der Verhaftung von Jesus untergetaucht. Sie waren verängstigt und entmutigt. Nur der Jünger Johannes war bei der Kreuzigung dabei. Petrus verleugnete seine Jüngerschaft dreimal und der Rest versteckte sich. Zu groß war die Angst selbst zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Wie konnte es also geschehen, dass die Jünger bereits sieben Wochen nach der Auferstehung geschlossen in Jerusalem verkündeten? In jener Stadt, in der ihr Anführer hingerichtet wurde, nahm das Christentum seinen Anfang als eigenständige Religion. Wie war es möglich, dass fast alle Jünger bereit waren, ihr Leben dafür zu opfern?
Menschen sind bereit zu lügen, wenn sie einen persönlichen Vorteil daraus ziehen. Doch eine Lüge zu verbreiten, die unweigerlich in Armut und Tod führt, erscheint völlig irrational. Man würde erwarten, dass zumindest einer der elf verbliebenen Jünger die Gruppe verlässt. Doch genau das geschah nicht. Diese innige Geschlossenheit ist schwer nachvollziehbar, wenn die Auferstehung lediglich eine Erfindung wäre. Die Jünger, oder zumindest ein Teil der Gemeinschaft hätten jederzeit in ihr früheres Leben zurückkehren können – doch keiner tat es. Dieses Verhalten bedarf einer Erklärung.
Angenommen, Jesus wäre am Leben geblieben, hätten die Jünger einen gezeichneten und schwerbehinderten Mann vorgefunden. Diesen Menschen als Gott zu verehren, wäre undenkbar gewesen. Niemand würde diesem ernsthaft folgen wollen.
Angenommen, die Auferstehung wäre nur eine Halluzination gewesen, müsste der Körper Jesu noch vorhanden und jederzeit auffindbar sein. Zudem hätten die Juden niemals behauptet, die Jünger hätten den Körper gestohlen. Das ergibt keinen Sinn.
Angenommen, die Jünger hätten den Körper gestohlen, wäre es völlig unverständlich, dass sie bereit gewesen wären, für diese Lüge ihr Leben zu opfern. Eine Täuschung ohne jeglichen Nutzen für die Beteiligten erscheint vollkommen sinnlos. Keiner der Jünger verleugnete Jesus, selbst unter der Androhung des Todes. Zudem erklärt diese Theorie nicht die Bekehrung von Paulus: Warum sollte er alles aufgeben wollen? Später schloss er sich den Jüngern an, nachdem er eine persönliche Begegnung mit dem auferstandenen Messias erlebt hatte.
Nur die Auferstehung kann alle Fakten und Umstände adäquat erklären.
Die frühe Verehrung Jesu als Gott
Die frühen Christen verehrten Jesus als Gott selbst. Dieser Fakt ist mehrfach attestiert zum Beispiel in Philliper 2; 6-11, 1. Johannes Brief 5;20, Rom 9; 5, Heb 2;2, Joh 1;1.
Die Auferstehung bestätigt Jesus als den Messias. Ihn jedoch unmittelbar als Gott zu sehen, ergibt sich nicht zwangsläufig. Erst in vollem Umfang wird dies verständlich, wenn Jesus sich selbst als Gott offenbart hat. Dies geschah bereits in den Evangelien, doch nach der Auferstehung ist die Offenbarung deutlich klarer und unmissverständlicher.
Wäre die Auferstehung eine Lüge, wäre es ein schwerwiegendes Vergehen der Jünger, Jesus als Gott zu verkünden. Sie würden damit eines der zentralen Gebote des Judentums brechen, nämlich allein Gott zu verehren. Einen verstorbenen Menschen als Gott zu erklären, wäre eine schwere Blasphemie und irrational, besonders wenn eindeutig feststeht, dass dieser Mensch tatsächlich tot ist und niemals auferstanden ist. Die Jünger würden sich dadurch selbst ins Verderben stürzen und auch jeden Menschen, den sie später von dieser Lüge überzeugen. Die Jünger wären demnach nicht nur irrational, sondern auch zutiefst böse. Für beides gibt es jedoch keinerlei Hinweise.
Wir begegnen entschlossenen und moralisch überzeugten Jüngern, die nicht aus Eigennutz handelten, sondern Menschen unterstützten und stabile Gemeinschaften gründeten. Selbst hochgebildete Persönlichkeiten wie Paulus schlossen sich dieser Gemeinschaft an. Sie verbreiteten ihren Glauben friedlich, trotz großer Bedrohungen. Es gibt keinen Bericht, der den Jüngern ein Fehlverhalten vorwirft.
All diese Fakten ergeben keinen Sinn, wenn die Auferstehung nicht wirklich stattgefunden hat. Jesus bestätigte sie nicht nur in seiner Botschaft, sondern ermöglichte es ihm auch, seine Jünger weiterhin zu lehren und zu unterweisen.
Indirekte Beweise
Neben den oben gut bezeugten und universell akzeptierten Fakten, gibt es auch indirekte Beweise welche die Auferstehung nahelegen.
Die Taufpraxis der jungen Kirche
Die Taufpraxis der frühen Kirche ist ohne die Auferstehung des Herrn undenkbar (Röm 6, 3-9). So wie Jesus bei seiner Taufe untergetaucht wurde, sterben auch wir mit ihm symbolisch, und das Auftauchen steht für das neue, sündenfreie Leben nach der Auferstehung. Die Taufe eröffnet die Teilhabe an der Auferstehung und schafft einen neuen Menschen, der gereinigt von Sünde in Gemeinschaft mit Gott lebt. Die gesamte Praxis wäre ohne eine wahrhaftige Auferstehung unsinnig und verlogen.
Das Märtyrertum der Apostel
Menschen sind bereit, für eine Überzeugung zu sterben, selbst wenn diese auf einer Lüge basiert. Ein eindrückliches Beispiel sind die Terroristen des 11. Septembers, die völlig überzeugt waren das ihnen ein Paradies voller Lust und Jungfrauen blüht oder die Nazis die völlig blind, überzeugt von rassischer Überlegenheit mordeten.
Bestätigen diese Beispiele den Glauben an den Islam oder die Naziideologie? Natürlich nicht, doch die Umstände zur Zeit der Apostel waren grundlegend anders.
Menschen sterben nicht für Lügen, die sie selbst verbreitet haben. Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, hätten die Apostel das gewusst. Unter diesen Umständen ist es höchst unwahrscheinlich, dass sie alle bereit gewesen wären, dafür ihr Leben zu geben.
Hier der Syllogismus dazu.
- Menschen sterben nicht für eine Lüge, von der sie klar wissen, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen kann oder welche sie selbst in die Welt gesetzt haben.
- Alle Apostel waren bereit für ihre Überzeugung zu sterben, es gibt gute Gründe daran zu Glauben, dass zumindest Petrus, Paulus, Jakobus – willentlich in dem Martyrertod gegangen sind.
- Schlussfolgerung 1: Es ist deshalb wahrscheinlich, dass diese Apostel willentlich bereit waren für den Glauben an die Auferstehung zu leiden und gar zu sterben.
- Schlussfolgerung 2: Ihr Testament ist aller Wahrscheinlichkeit nach wahr.
- Schussfolgerung 3: Die Auferstehung ist die wahrscheinlichste Erklärung für so ein Verhalten. Sie ist deshalb aller Wahrscheinlichkeit nach wahrhaftig geschehen.
Wie bereits erwähnt, ist die Alternative, dass die Apostel Lügner und Betrüger gewesen seien, kaum glaubwürdig. Es gibt einfach keinerlei Hinweise darauf. Betrüger und Lügner verfolgen meist eigene Vorteile. Finanzielle Vorteile hatten sie nicht, denn sie lebten in Armut. Gesellschaftliche Vorteile waren ebenfalls ausgeschlossen, da sie verfolgt und ausgegrenzt wurden. Sexuelle Vorteile gab es nicht, denn sie führten keine ehelichen oder partnerschaftlichen Beziehungen und waren auch als Partner kaum wünschenswert.
Auch die Größe der Gruppe der Apostel und Jünger spricht gegen eine Lüge. Hätten sie gelogen, wäre zu erwarten, dass einige Mitglieder die Gemeinschaft verlassen hätten. Es gibt jedoch keine Berichte darüber, dass auch nur einer aus dem inneren Kreis, die Gruppe verließ. Rein statistisch müsste es einzelne Personen gegeben haben, die bei klarem Verstand waren und nicht bereit gewesen wären, für eine Lüge ihr Leben zu riskieren. Selbst der Verräter Judas leugnete nicht die Auferstehung, sondern beging kurz darauf Selbstmord.
Einwände
Diese 4 Fakten sind ausreichend um die Auferstehung zu beweisen. Wie wir sehen werden können Alternativerklärungen die Fakten nicht ausreichend erklären. Wir müssen trotzdem auf die Einwände eingehen.
Alternative natürliche Erklärungen
Wer in einem strikt naturalistischen Weltbild unterwegs ist, der kann nicht an Wunder glauben. Er muss zwangsläufig eine weltliche Erklärung annehmen.
Blaise Pascal bringt es auf den Punkt: “Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann haben sich die Apostel entweder naiv geirrt oder ganz aktiv gelogen und getäuscht. Beides ist schwierig begründbar.”
Können sie sich geirrt haben? Äußerst unwahrscheinlich bis gar unmöglich! Sie könnten das falsche Grab aufgesucht haben, aber dann wäre der Körper natürlich noch vorhanden und auch die nachfolgenden Erscheinungen sind so nicht erklärbar.
Wenn Jesus nicht auferstanden ist, dann wäre Grab nicht leer gewesen. Sollten die Jünger gelogen haben, dann hätten sie auch den Körper stehlen müssen. Für eine solche selbst geschaffene Lüge wären sie nicht alle in den Tod gegangen, auch hätte Jesus in einem solchen Fall nicht Paulus erscheinen können.
Massenhalluzinationen sind in der Psychologie hoch umstritten und werden von einem absolutem Großteil der Gelehrten als unmöglich angesehen. Selbst wenn wir eine solche annehmen würden, so wäre auch hier ein Körper vorhanden gewesen.
- Alexander Methrell, Interview in Lee Strobel, Der Fall Jesus ↩︎
- Interview aus Lee Strobel, Der Fall Jesus, S. 288 ↩︎
- William D. Edwards, Wesley J. Gabel, und Floyd E. Hosmer, On the physical Death of Jesus Christ, Journal of the American Medical Association 255, no. 11 (1986) ↩︎
- William D. Edwards, Wesley J. Gabel, und Floyd E. Hosmer, On the physical Death of Jesus Christ, Journal of the American Medical Association 255, no. 11 (1986) ↩︎
- John A.T. Robinson, The Human Face of God (Philadelphia: Westminster, 1973), 131 ↩︎

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